Glossar
Realismus
Tätowierungen im Fotostil, die Motive mit lebensechtem Detail, Tiefe und Schattierung wiedergeben
Ein Motiv so getreu wie eine Fotografie oder ein realistisches Gemälde wiederzugeben ist das Ziel des Realismus, erreicht durch detailreiche Schattierung, korrekte Proportionen und weiche Tonübergänge. Er kann in Vollfarbe oder in Schwarz-Grau ausgeführt werden und stützt sich stark auf die Beherrschung von Licht, Schatten und Tiefe durch den Künstler statt auf Konturen. Häufige Sujets sind Porträts, Tiere, Naturszenen, Objekte und Nachbildungen von Fotografien. Realismus gewann an Bedeutung, als sich Tätowiermaschinen, Nadeln und Pigmente verbesserten und Künstlern Verläufe und feines Detail ermöglichten, die frühere Techniken nicht erreichen konnten. Seine visuellen Kennzeichen sind das nahezu vollständige Fehlen harter schwarzer Konturen, die weiche Modellierung der Form und ein starkes Gefühl dreidimensionalen Volumens. Der Stil steht am technischen Ende der Tätowierkunst und verzweigt sich in Spezialgebiete wie Porträtrealismus, Schwarz-Grau-Realismus, Mikrorealismus und Hyperrealismus. Für Einsteiger ist es wichtig zu wissen, dass Realismus anspruchsvoll und unversöhnlich ist, da kleine Fehler in Proportion oder Tonwert sehr sichtbar sind, weshalb die Künstlerwahl stark zählt. Detailreicher Realismus profitiert zudem meist von größerer Dimensionierung, um seine Feinheit zu halten, und leichtere oder feinere Stücke brauchen sorgfältigere Platzierung, um ihr Detail beim Altern der Haut zu bewahren.