Glossar
Whip-Schattierung
Eine Schattiertechnik mit von der Haut abschnellenden Strichen, um weiche, auslaufende Verläufe zu erzeugen
Whip-Schattierung ist eine Tattoo-Schattiertechnik, bei der der Künstler die Nadel in schnellen, fegenden Bewegungen von der Haut abschnellen lässt, um Tinte abzulegen, die zum Ende jedes Strichs allmählich dünner wird und so einen weichen, auslaufenden Verlauf erzeugt. Die Bewegung ähnelt einer Peitschen- oder Pendelaktion: Die Nadel tritt am Strichanfang fest in die Haut ein und wird im Verlauf abgehoben, sodass das Pigment am Anfang dicht ist und zum Ende hin ins Nichts ausläuft. Künstler verwenden meist eine Magnum- oder Round-Shader-Gruppierung und tragen viele überlappende Striche auf, um Ton aufzubauen, wobei sie den Verlauf durch Anpassen von Tempo, Winkel und Druck steuern. Das visuelle Ergebnis ist ein körniger, organischer Übergang von dunkel zu hell, der sich gut für Hintergründe, Laub, Rauch und traditionelle Schwarz-Grau-Arbeit eignet. Whip-Schattierung wird für ihren lockeren, texturierten Look geschätzt, der sich von der glasigen Glätte gepackter Schattierung unterscheidet. Für einen Kunden ist die Technik meist weniger intensiv als massive Füllungen, da die Nadel weniger durchgehend an einer Stelle verweilt, und die leichtere Sättigung kann schnell heilen. Mit der Zeit können weich whip-schattierte Bereiche etwas heller werden, was Künstler oft einplanen, indem sie den Ton etwas schwerer aufbauen als das beabsichtigte Endergebnis.